Das (B+O)RG2 Vereinsgasse ist eine Erasmus+ Schule!

 

Frau Prof. Renelt unterrichtete und hospitierte vom 8. bis 22. Oktober 2016 in der Raahen Iukio Schule in Finnland. Dieses vom Unterrichtsministerium und Stadtschulrat für Wien bewilligte Projekt wurde von der Europäischen Union finanziert.

 

Erasmus+, ein europäisches Bildungsprogramm, eröffnet von 2014 bis 2020 zahlreiche Möglichkeiten von Mobilität und internationaler Zusammenarbeit der Berufs-, Schul-, Hochschul- und Erwachsenenbildung. Neben dem Bildungsbereich fördert dieses EU-Programm Jugend und Sport. Teilnehmende Länder sind die 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie Norwegen, Island, Liechtenstein, die Türkei und Mazedonien. Zwischen 2014 und 2020 werden für Erasmus+ insgesamt 14,7 Mrd. Euro von der EU bereitgestellt. Österreich standen 2014 22,7 Millionen Euro an EU-Förderungen zur Verfügung.

Die „Raahen Iukio“ ist ein  Schulzentrum am Bottnischen Meerbusen. In diesem Komplex befindet sich nicht nur eine Gesamtschule, sondern auch ein modular geführtes Gymnasium. Am Abend ist in der „Raahen Iukio Schule“ auch die Abendschule für Erwachsene untergebracht. Raahe, ein kleiner Ort mit vielen alten Holzhäusern, liegt 70 Kilometer südlich von der Stadt Oulu.

Besonders hervorzuheben ist die technische Ausstattung der Klassenräume in Finnland. Es wäre wünschenswert, wenn alle Klassenzimmer des 21. Jahrhunderts so aussehen würden. Ein Computer mit Beamer sollte in jeder Klasse ein Muss sein. Als Geographin würde sich Frau Prof. Renelt in jeder Klasse eine Schiene wünschen, an der drei physische Karten (Österreich, Europa, Welt) wie in Raahe griffbereit montiert sind.

Besonders interessant sind die „75 Minuten Stunden“ in Finnland. Dies wird sicherlich künftig auch in Österreich innerhalb einer immer stärker werdenden Schulautonomie durchführbar sein. Die Schulstunden fangen auch ohne Glocke in der Raahen Iukio pünktlich an. In Finnland erhält jedes Kind ein Gratismittagessen ungefähr zwischen 11:00 und 11:30 Uhr. Die finnischen Lehrkräfte, die alle ein Hoch-schulstudium absolviert haben, unabhängig in welchem Schultyp sie unterrichten, erhalten Unterstützung von Psychologen und Berufsberatern. Das finnische Schuljahr ist im Gymnasium in fünf Perioden eingeteilt. Schüler wiederholen keine Klassen, verlieren nicht ein ganzes Jahr, sondern nur ein Modul in einem Fach. Ein Stoff von sieben Wochen ist für jeden Schüler leicht erlernbar und nachholbar. So entstehen keine großen Wissenslücken. Nach jeder Periode gibt es Prüfungswochen. Für Schüler, die Probleme haben das Lernziel zu erreichen, kann der Direktor in Finnland Fördermaßnahmen und Zusatzgeld beantragen. Die Arbeiten der Zentralmatura werden zwar in Finnland wie in Österreich von einem Klassenlehrer gelesen, die endgültige Note wird allerdings erst nach einer Zweitkorrektur in Helsinki festgesetzt. Supplierungen werden von externen Lehrern gehalten. Obwohl die finnischen Schüler die Lehrer mit dem Vornamen ansprechen, ist der Umgang mit Lehrern sehr wertschätzend. An der Raahen Iukio sind die SchülerInnen sehr diszipliniert im Unterricht, sodass kaum Zeit für Disziplinierungsmaßnahmen verloren geht. Der wohl größte Unterschied zwischen dem finnischen und dem österreichischen Schulsystem ist die Zusammensetzung der Klassen. Österreichische Schulklassen sind heterogener.

Mag. Ivona Renelt

 


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