Detaillierte Schulgeschichte

Die Gründung unserer Schule fiel in die Zeit des geistigen und wirtschaftlichen Aufschwunges des alten Österreichs nach der Revolution 1848. Die bestehenden Schulen, vor allem auch die Mittelschulen, genügten den gestellten Anforderungen nicht mehr, sodass man an eine große Reform des Mittelschulwesens schritt, die im Organisationsentwurf der Gymnasien und Realschulen aus dem Jahre 1849 ihren Ausdruck fand.

Am 3. Dezember 1855 erfolgte, neben zwei weiteren Schulen in der Leopoldstadt, die Eröffnung unserer Schule als ,,Vollständige k. und k. Unterrealschule zu St. Johann in der Wienzeile“ im bestehenden Volksschulgebäude in der Weintraubengasse 76 (heute Weintraubengasse 13), zunächst mit 2 Klassen, die aber schon im darauffolgenden Schuljahr durch die Eröffnung der 3. Klasse vervollständigt wurde.

Der Lehrplan dieser dreiklassigen Unterrealschule enthielt Gegenstände, wie Baukunst und Bauzeichnen, aber auch Zollkunde, die eher in einer Fachschule als in einer allgemeinbildenden Schule zu suchen gewesen wären. Eine Fremdsprache fehlte überhaupt.

Trotzdem war der Zulauf zu diesen Unterrealschulen sehr groß. Die Zahl der Schüler (Mädchen wurden nicht aufgenommen) wuchs von 97 im ersten Jahr auf 309 im Schuljahr 1865/66, 1871/72, mit der Eröffnung der 4. Klasse besuchten 358, im darauffolgenden Jahr 447 Schüler unsere Schule, in der akute Raumnot herrschte.

In diese Zeit des Ausbaues fiel auch eine umfassende Reform des Realschulwesens. So wurde mit Beginn des Schuljahres 1870/71 die französische Sprache als Pflichtgegenstand eingeführt. Mit der Eröffnung einer 5. Klasse mit 27 Schülern im Schuljahr 1872/73 erfolgte die Ausgestaltung unserer Schule zu einer "aufbauenden Oberrealschule", die sich großen Zuspruchs erfreute. Obwohl Wohnungen in den Häusern Weintraubengasse 14 und Glockengasse 2 zugemietet wurden, konnten nicht alle Schüler aufgenommen werden. Die Klassen waren derart überfüllt [drei erste Klassen mit 173 (!) Schülern, eine vierte Klasse mit 50 Schülern (!)], dass im Jahre 1872 "Am Volkertmarkt nahe der Taborstraße" ein 2241m² großer Bauplatz angekauft wurde.

Am 20. Oktober 1873 erfolgte der Spatenstich zur Errichtung des heutigen Schulgebäudes, dessen Rohbau mit der Vollendung der Dachdeckerarbeiten am 30. Juli 1874 fertiggestellt wurde.

Mit der Eröffnung der 7. Klasse im Schuljahr 1874/75 war nun der Ausbau unserer Schule zur Oberrealschule abgeschlossen. Es wurden 573 Schüler in 12 Klassen unterrichtet, die noch immer auf das Schulgebäude in der Weintraubengasse 76 und die beiden zugemieteten Wohnungen aufgeteilt waren. Den Abschluss dieses Schuljahres bildete die erste Matura am 1. Juli 1875, zu der 17 Kandidaten antraten.

Die Einrichtung und Vollendung des neuen Gebäudes zog sich etwas länger als geplant hinaus, sodass das Schuljahr 1875/76 erst im Oktober begonnen wurde, um schon ins neue Haus übersiedeln zu können. Der Neubau galt zu dieser Zeit als Musterbeispiel eines Schulhauses, welcher nicht nur in Österreich für Aufsehen sorgte. So wurden die Pläne und Bilder des Schulhauses bei der Weltausstellung in Paris im Jahre 1878 unter dem Titel modernster Realschulbau Wiens“ präsentiert. Trotzdem begann man erst 1892 mit der Einleitung des elektrischen Lichtes, zuerst im Physiksaal und im ersten Zeichensaal, später dann in allen anderen Räumlichkeiten. Die nun folgenden Jahre waren solche einer ruhigen Entwicklung. Die Schülerzahl hielt sich bis zum Ende des Jahrzehnts in annähernd gleicher Höhe, nahm aber dann bedeutend ab (Tiefststand 1882/83: 325 Schüler), nicht zuletzt durch die Errichtung einer neuen Mittelschule im zweiten Bezirk. Diese zweite Realschule im 2. Bezirk wurde 1875 gegründet und im Haus Glockengasse 2 untergebracht, übersiedelte aber 1900 in ein neu errichtetes Gebäude im 20.Bezirk (das heutige GRg und ORg 20, Unterbergergasse 1). Zur Jahrhundertwende nahm die Schülerzahl im Hause wieder bedeutend zu und erreichte im Schuljahr 1902/03 ihren Höchststand von 672 Schülern. In diesem Jahr wurde, nach der Abwanderung der “2.Realschule“ eine neue 2. Realschule im zweiten Bezirk in der Wittelsbachstraße 6 errichtet, die später in die Josef-Gall-Gasse 2 übersiedelte, dort bis 1948 bestand, dann aufgelöst und mit unserer Schule vereinigt wurde. Alle diese Realschulen waren gut frequentiert. Der zweite Bezirk war sehr kinderreich und aufgeschlossen für die Schule und die Bildung. In der inneren Organisation des Schulwesens traten in dieser Zeit keine größeren Veränderungen ein. 1903 wurde der bisher vierstündige Unterricht auf einen fünfstündigen ausgedehnt, dafür entfiel der obligatorische Nachmittagsunterricht. Die Unterrichtsstunde dauerte ab nun nur mehr 50 Minuten, unterbrochen von Pausen, die “zur Erholung der Schüler“ dienten. Erst 1908 trat unter dem Unterrichtsminister MARCHET als Folge der durch die Einführung des gleichen und direkten Wahlrechts bedingten Wandlungen im politischen Leben die Frage einer Reform des Mittelschulwesens wieder in den Vordergrund. Zu tiefgreifenden Veränderungen kam es aber vor allem deshalb nicht, weil die Führung der Realschulen Landessache war. Ein Ergebnis dieser Reformtätigkeit war eine Neuordnung der Reifeprüfung, für welche gegenüber den hohen Anforderungen der früheren Zeit eine Anzahl von Erleichterungen Platz griffen.

1911 wurde der Turnunterricht, der an unserer Schule seit jeher einen bedeutenden Stellenwert hatte, neu organisiert. Waren bisher neben der körperlichen Ausbildung im Winter das Eislaufen im nahegelegenen Augarten und im Sommer Schwimmen im 1995 abgerissenen Dianabad beziehungsweise in den städtischen Donaubädern die Schwerpunkte des Unterrichtes, kamen Geländeübungen hinzu. In diesem Zusammenhang wurde auch mit Beginn des Schuljahres 1912/13 ein schulärztlicher Dienst eingerichtet. Einen neuen Abschnitt in der Geschichte unserer Schule bedeutete der Ausbruch des ersten Weltkrieges und die damit verbundenen schmerzlichen Einschränkungen. Ein großer Teil des Lehrkörpers und viele Schüler wurden zum Militärdienst einberufen. Der Unterricht konnte jedoch während der gesamten Kriegsdauer erteilt werden, obwohl zu Beginn des Krieges Soldaten im Schulhaus einquartiert waren und später Klassenräume für polnische Flüchtlingskinder für deren Unterricht bereitgestellt werden mussten. Mit Beginn des Schuljahres 1918/19 kehrten die meisten Lehrer und viele Schüler wieder an die Schule zurück. Der Unterrichtsbetrieb war infolge des Kohlenmangels und “anderer Umstände“ nur schwer aufrechtzuerhalten. Mit der Gründung eines Elternvereins am 11. Mai 1919 wurde nun auch der Gedanke der Schulgemeinde, der in Ansätzen schon während des Krieges vorhanden war, verwirklicht. Die Veranstaltung einer Wohltätigkeitsakademie zugunsten der Schülerlade war die erste Tätigkeit und trug beträchtlich zur Verbesserung der Situation des Hauses bei.

Der Ausgang des ersten Weltkrieges und der dadurch herbeigeführte Umsturz, der zum Aufbau einer demokratischen Republik führte, rückte die völlige Reform unseres Schulwesens wieder in den Vordergrund. Der Gedanke, dass Erziehungs- und Unterrichtsfragen in viel weiterem Umfang als früher soziale Fragen darstellten, führte zu dieser Forderung.

Während man über die Reform der Volksschulen sehr rasch zu einer Einigung kam, war über die Reform der Mittelschule keine einheitliche Auffassung zu erzielen. So schloss sich an die Volksschule weiterhin die Bürger- und Mittelschule an. Der Übertritt erfolgt im elften Lebensjahr, ein späterer war wegen der Verschiedenheit der Lehrpläne praktisch unmöglich. Für die Wahl der weiteren Schullaufbahn eines Kindes waren zu dieser Zeit nicht nur die Begabung, sondern weit mehr die sozialen Verhältnisse ausschlaggebend.

In vielen Untermittelschulen, so auch an unserem Schulstandort, wurde, erstmals mit Beginn des Schuljahres 1922/23 in einer ersten Klasse, der Lehrplan der “Deutschen Mittelschule“ eingeführt. Die Deutsche Mittelschule hatte sich unter anderem auch das Ziel gesteckt, das Bildungsgut der deutschen Kultur in höherem Maße als es in den Mittelschulen bisher möglich war, in den Mittelpunkt des Unterrichts zu stellen.

In dieser Zeit wurden auch erstmals Mädchen in unserer Schule aufgenommen. Mit Beginn des Schuljahres 1919/20 in einer 1.Klasse, ab 1924/25 auch in der Oberstufe. In diesem Schuljahr gehörten auch erstmals Frauen dem Lehrkörper an.

Ab dem Schuljahr 1925/26 wurde, mit den 1.Klassen beginnend, ausschließlich nach dem Lehrplan der Deutschen Mittelschule unterrichtet. Im Schuljahr 1926/27 wurde die 1922/23 begonnene 1.Klasse als mathematisch - naturwissenschaftliche Oberstufenform nach dem oben erwähnten Lehrplan weitergeführt.

Diese Neugestaltung unseres Schulwesens war bei den SchülerInnen und Eltern sehr beliebt, so wurden 1926/27 637 SchülerInnen in 17 Klassen unterrichtet, stieß aber von Anfang an auf erheblichen Widerstand, zuerst seitens der Hochschullehrer, später auch vieler MittelschullehrerInnen, die eine Senkung des Bildungsniveaus befürchteten.

So war es Otto GLÖCKEL (1874-1935), der in dieser Zeit an der Spitze des neu gebildeten “Unterrichtsamtes“ stand, möglich, eine Reform des gesamten Schulwesens durchzusetzen. Durch das Mittelschulgesetz vom 2.August 1927 wurde das Mittelschulwesen im Sinne der Erhaltung der Vollmittelschulen geordnet. Unsere Schule wurde wieder zur, nun achtklassigen, Realschule. Schon mit Beginn des Schuljahres 1927/28 wurde die Reform, mit Übergangslehrplänen in den einzelnen Schulstufen, in die Praxis umgesetzt. Um unseren Schülern, die in der Deutschen Mittelschule Latein als Fremdsprache gewählt hatten, die Möglichkeit zu geben, ihr Studium an unserer Schule fortzusetzen, wurde eine 5.Klasse als Realgymnasium, Form A, bis zur Reifeprüfung geführt.

Die Reform brachte wohl eine Verlängerung der Schulzeit, vermehrte aber nicht die Hochschulberechtigung unserer Maturantinnen und Maturanten, sodass in den folgenden Schuljahren die SchülerInnenanzahl sehr stark zu sinken begann.

Überaus hart getroffen wurde unsere Schule durch die Ereignisse des Jahres 1938. Nach der Suspendierung des Direktors Dr. Wilhelm ILLING am 15.März 1938 wurden 49 jüdische Schülerinnen und Schüler (12% des SchülerInnenstandes) umgeschult.

47 in die Realschule 3 (heute RG 3, Radetzkystraße) und aus der Maturaklasse vier in die Realschule 1 und acht Mädchen in das RG 20, Unterbergergasse 1. Im Gegenzug wurden 52 Schüler der Realschule 3 der Vereinsgasse zugewiesen. Die jüdischen SchülerInnen wurden später zwangsweise ausgeschult und vom weiteren Studium ausgeschlossen.

Unsere Schule wurde nun als “Oberschule für Jungen, mathematisch - naturwissenschaftlicher Zweig” geführt. In den Kriegsjahren kam es zu einer starken Behinderung des Unterrichtes, da immer mehr Schüler und Lehrer einrücken mussten. Gegen Kriegsende wurden sogar die kaum sechzehnjährigen Schüler dem Reichsarbeitsdienst zugewiesen oder als Luftwaffenhelfer rekrutiert. An einen geregelten Unterricht war nicht mehr zu denken. Ganze Klassen wurden aufs Land geschickt, um den Luftangriffen zu entgehen.

Durch diese schweren Bombenangriffe im Herbst 1944 wurden nicht nur die Häuser in unmittelbarer Nähe zerstört, sondern auch das Schulhaus schwer beschädigt. Als insbesondere im April 1945 durch Artilleriebeschuss der Dachstuhl vernichtet und durch den Luftdruck Fenster und Türen herausgerissen wurden, schien nun mehr der Abbruch des Hauses möglich.

Doch unter der Direktion von Dr. Wilhelm ILLING, der im Mai 1945 nach siebenjähriger Unterbrechung wieder die Leitung der Schule bis zum Ende des Schuljahres 1945/46 übernahm, und unter der tatkräftigen Mithilfe der langsam zurückkehrenden Lehrer konnten in monatelanger, harter Arbeit die ärgsten Schäden notdürftigst ausgebessert und so der Schulstandort gerettet werden. Besondere Verdienste erwarb sich in dieser Zeit der Schulwart, Herr Johann KANDERA, der oft, völlig auf sich alleine gestellt, das Schulhaus betreute.

Nun kehrten auch wieder die SchülerInnen nach Wien zurück. Nach einigen Wochen eines Notunterrichtes konnte im Herbst 1945 der reguläre Unterrichtsbetrieb mit 233 SchülerInnen in neun Klassen unter härtesten Bedingungen aufgenommen werden.

Die Fenster waren ohne Glas, durch dir Decken regnete es durch. Da es zu wenig Brennstoff gab, waren zeitweilig Kälteferien oder verkürzter Aufgabenunterricht (selbstständige Erarbeitung des Lehrstoffes zu Hause) notwendig.

Noch dazu musste in diesem Schuljahr die 2.Realschule im 2.Bezirk, Josef Gall-Gasse, in unserem Haus untergebracht werden, da dieses Gebäude erst für das Schuljahr 1946/47 notdürftig fertiggestellt werden konnte. Dafür zogen dann das MRG 2 (heute RG und wikuRG Kleine Sperlgasse) und das RG 2 (heute Siegmund Freund- Gymnasium, Wohlmutstraße) bei uns ein. Beide Schulen waren vor dem Krieg im Hause Kleine Sperlgasse 2c untergebracht. Während das MRG 2 im darauffolgenden Schuljahr in das Stammhaus zurückkehren konnte, blieb das RG 2 einungzwanzig (!) Jahre lang als Untermieter in der Vereinsgasse.

Neben den sich daraus ergebenden Raumproblemen gab es auch erhebliche Schwierigkeiten im eigentlichen Schulbetrieb. Lehrpläne mussten neu erstellt werden, es gab keine Schulbücher, denn die Neuausgaben wurden nur langsam bereitgestellt. Es fehlte an Lehrbehelfen, Papier und Kreide. Wie ein kleines Wunder erscheint es heute, dass die großen Sammlungen der Schule die Kriegsjahre fast unbeschädigt überstanden haben und so bis heute erhalten blieben.

Obwohl im Jahre 1948 die 2. Realschule in der Josef Gall-Gasse aufgelöst und mit unserer Schule vereinigt wurde, kämpfte der Standort mit großen Schwierigkeiten, vor allem deshalb, weil auch schon damals die Abwanderung von SchülerInnen an Fachschulen nach der 4.Klasse sehr groß war.

In den folgenden Jahren ging der innere und äußere Aufbau der Schule stetig voran. Mit Unterstützung des Elternvereins, der immer half, wo es notwendig war, wurden die Schülerlade neu aufgebaut und Schulschikurse organisiert. Auch setzte die Bundesgebäudeverwaltung das Haus allmählich wieder in Stand.

Durch das Schulorganisationsgesetz 1963 wurden mit Beginn des Schuljahres 1963/64 die ersten Klassen erstmals unter der neuen Bezeichnung "AHS" geführt. Unsere Schule trägt ab diesem Zeitpunkt die Bezeichnung "Realgymnasium". Der alte Schultyp "Realschule" hat mit Ende der 8.Klasse im Schuljahr 1969/70 zu bestehen aufgehört.

Als mit Beginn des Schuljahres 1967 das 2. BRG 2 (heute "Siegmund Freud Gymnasium"), das seit 1946 in unserem Schulhaus mituntergebracht war, endlich in das neu errichtete Gebäude in der Wohlmutstrasse übersiedeln konnte, wurde erstmals an eine Sanierung des Gebäudes in einem kleinen Bereich, dem Turnbereich, gedacht. Es gab nur einen Turnsaal (heute Turnsaal 1 im Erdgeschoss), trotz der seit Jahren koedukativ geführten Klassen, und der darüber liegende Festsaal war kriegsbedingt so beschädigt, dass er kaum genützt werden konnte. Es bot sich also der Hoftrakt für den Beginn der Sanierung zwingend an. Über dem bestehenden Turnsaal im Hochparterre war ein gleichartiger zweiter (heute Turnsaal 2 im 1.Stock) an Stelle des Festsaales vorgesehen und darüber ein Mehrzweckraum (heute Festsaal), der auch für Unterrichtszwecke (Musik) genützt werden konnte.
Mit den Planungsarbeiten wurde 1969/70 begonnen. Hofrat F. SCHAUPMANN, der die Leitung der Schule mit Beginn des Jahres 1970 übernahm, gelang es in zähen Verhandlungen mit Schul- und Baubehörde nicht nur dieses Bauvorhaben durchzusetzen, sondern auch die Schulerhalter von der Notwendigkeit einer Generalsanierung des Hauses zu überzeugen. Aber erst im Juni 1974 wurde der Plan zur Sanierung bewilligt und Mitte Juli 1975 die Baubewilligung erteilt.

Die Planung war, neben der Errichtung der Sonderunterrichtsräume, auf 16 Stammklassen ausgelegt, obwohl gerade in diesen Jahren die SchülerInnenzahlen im Steigen begriffen waren. Der Antrag des Schulleiters, die Seitentrakte in der Volkertstraße und Lessinggasse auf die Höhe des Mitteltraktes aufzustocken, um zusätzlichen Klassenraum zu schaffen, wurde aus Köstengründen nicht verwirklicht.

Mit dem Bau des Hoftraktes wurde Anfang 1971 begonnen. Im Oktober 1973 konnte der Turnsaal 2, im April 1974 der Mehrzweckraum zur Benützung übergeben werden.
Im Sommer 1975 setzten dann die Bauarbeiten voll ein. Zuerst wurden die beiden Baukörper beiderseits des Stiegenhauses errichtet. Im Zubau auf der Volkertstraßenseite wurden zwei Pausenräume geschaffen, in jenem auf der Lessinggassenseite die (heute noch bestehenden) Garderoben eingerichtet. Außerdem wurden die Steig- und Abfallleitungen neu verlegt und die Sanitär- und Elektroinstallationen vorgenommen. Im Mai 1979 konnte die neue Direktion und die Lehrerzimmer zur Benützung übergeben werden, Ende 1979 die Funktionsräume für BE und WE. Im Juni 1982 wurden die Klassenräume im Lessinggassentrakt fertiggestellt.

Mit der Renovierung des Hauptstiegenhauses, wo die freistehenden Natursteinsäulen freigelegt und nur oberflächlich behandelt wurden, des Kellerbereichs (Umstellung der Heizung von festen Brennstoffen auf Erdgas) und des Schulwartebereiches (heute Buffet und Lehrsaal für Textiles Werken) konnten die Bauarbeiten Ende 1983 mit der Gestaltung des Innenhofes für Spiel- und Sportzwecke abgeschlossen werden.

Die Kosten für diese Generalsanierung betrugen nicht ganz 30 Millionen Schilling, eine Investition, die sich, wenn man das Schulhaus nun betrachtet, sicher gelohnt hat, nur vielleicht nicht aus der Sicht jenes Jahrganges (1975), der sein gesamtes Dasein in der Vereinsgasse auf einer Baustelle verbracht hat .

In den nächsten Jahren folgte die Entwicklung der Vereinsgasse dem allgemeinen Trend im Bereich des Allgemeinbildenden Höheren Schulwesens. Im Schuljahr 1991/92 wurde die Nachmittagsbetreuung eingerichtet, die angesichts einer großen Zahl berufstätiger Mütter notwendig geworden war. Seit 1996/97 gibt es Klassen mit Fünftagewoche, zunächst nur einige, seit 2001/02 sind alle Klassen auf Fünftagebetrieb umgestellt. 1995/96 wurde ein Büffet eröffnet, mit dem für das leibliche Wohl der SchülerInnen gesorgt ist, insbesondere jener, die in der Schule auf den Nachmittagsunterricht warten. Denn dieser hat durch die Fünftagewoche, die Zusatzangebote und die Oberstufenreform zugenommen

1985/86 wurden in ganz Österreich neue Lehrpläne eingeführt, Wahlpflichtfächer ab der 6. Klasse eingerichtet und die Reifeprüfung reformiert. In der fünften Klasse gab es ein neues Fach: Informatik. Inzwischen ist die Beschäftigung mit den neuen Medien und der Informationstechnologie am BRG 2, Vereinsgasse längst auch in der Unterstufe verankert, als unverbindliche Übung EDV in der dritten und vierten Klasse und im Rahmen einzelner Fächer. Viele SchülerInnen erwerben bereits in der Unterstufe den ECDL. Schon 1982/83 war ein erster EDV-Raum im zweiten Stock eingerichtet worden, seit 1989/90 gab es einen zweiten im ersten Stock. Da die Technologie im EDV-Bereich rasante Fortschritte machte, waren diese Räume innerhalb weniger Jahre veraltet. 1998/99 wurde der EDV-Raum im ersten Stock komplett aufgerüstet und ans Internet angeschlossen, 2005/06 wurden wieder neue Geräte angeschafft. Auch die Bibliothek, die 1992/93, dem allgemeinen Trend folgend, Schulbibliotheken auszubauen, geschaffen wurde, kam „ans Netz“. Zwei Workstations mit Internetanschluss stehen hier für SchülerInnen zur Verfügung, die Material für Referate oder Fachbereichsarbeiten im Internet suchen. Der zweite EDV-Raum wurde zum Lehr- und Arbeitsraum für Netzwerktechnik umgestaltet. 2000 wurden moderne Geräte angekauft und ein weiterer Internetanschluss installiert, seit 2001 steht ein Router zur Verfügung, mit dem Netzwerkinstallationen übungsweise aufgebaut werden können. Ein Schulversuch „Wahlpflichtfach Netzwerktechnik“ wurde eingereicht, um einen Schwerpunkt der Schule im EDV-Bereich zu setzen.

Im Unterstufenbereich wurden 1999/2000 schulautonom zwei Zweige in der Unterstufe eingerichtet, die in der darauf folgenden Zeit immer wieder neu adaptiert wurden. Durch leichte Veränderungen der Stundentafeln kann derzeit ab der dritten Klasse entweder eine Schwerpunktsetzung im Bereich der Naturwissenschaften oder im Bereich Gesellschaftskunde und Präsentationstechnik gewählt werden. Für beide Schwerpunkte gibt es eine Lernwerkstatt, die offene Lernformen und Selbsttätigkeit forciert.

Im Jahr 2000 bekamen all diese inneren Aktivitäten auch einen neuen „Anstrich“. Die Erneuerung der Fassade, für die bei der Sanierung 1975 das Geld nicht mehr gereicht hatte, wurde in Angriff genommen. Weiters wurde auch innen viel saniert, der Hof neu gepflastert und eine Fluchtstiege errichtet, sowie Umbauten getätigt, die einen modernen, zeitgemäßen Brandschutz garantieren. So steht die Schule, die 2005 ihr 150-jähriges Bestehen feierte, innen und außen gut gerüstet da für die Anforderungen der nächsten Jahre.

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